Wer steckt hinter »Umparken im Kopf«?

Umparken im Kopf Screenshot

Ich bin gerade über die Seite umparkenimkopf.de (erstaunlicherweise über eine Werbeanzeige) gestolpert und natürlich gleich auf den Nick Knatterton-Modus gewechselt.

Wer macht denn sowas?


War meine erste Frage. Eine Seite, die sich mit Vorurteilen beschäftigt und mit bekannten Gesichtern den Grundtenor anschlägt: Vorteile sollte man kritisch hinterfragen. Brandaktuell thematisch natürlich auch mit schwulen Fussballern aufgeladen.

Die erste Idee

Grundoptimistisch wie ich nunmal bin, habe ich mich zuerst gefreut, dass das Steuergeld nicht für eigenparteiliche Problempakete verwendet werden. Allerdings sollte man das im Impressum doch eigentlich sehen können. Jedoch hier gilt: Fehlanzeige!

Impressum

Nichts im Impressum zu sehen. Aber es gibt einen Countdown-Timer. Na das riecht aber so stark nach Viralität, dass ich die Werber-Cortison-Spritzen aufziehen sollte 😉

Der Designer-Blick… und die Developer-Tools

Allerdings fällt einem berufsbedingt die Webfont ins Auge. Standard ist die nicht. Mal schauen, was die Firefox Dev Tools zu Tage fördern. Ab jetzt wird es interessant… Da hat doch jemand die Schrift umbenannt, damit man nicht drauf kommt?

Bildschirmfoto 2014-02-24 um 12.05.43

Ab sofort gilt’s! Challenge… accepted! Nächster Anlauf: Erstmal die Details der Typo ansehen… Die Schrift kommt mir bekannt vor. Dürfte ein Redesign sein der letzten Jahre. Das Wording der Domain könnte in Richtung Mobilität einen Hinweis geben (umPARKEN…).

Also starten wir die Reise beim mir bekannten jüngsten Redesign der großen Deutschen. Und was fördert deren Hauptnavigation zu Tage? Webfont. Sieht sogar sehr ähnlich aus. Schnell auf die Kampagnenseite und den Text anpassen – Volltreffer!

umparken

Das Vergleichsfoto. Vor allem am abgekürzen unterem Schwung des »e« sofort ersichtlich.

Und was kommt jetzt von…

Tja – das weiß ich leider auch nicht. Vielleicht der Opel Monza?

Update

Die Kampagne hat sich mittlerweile ihrer Marken-Herkunft erklärt. Erstaunlicherweise wird versucht der Bogen zu spannen zu einem anderem Markenbild ohne Produktbezug. Ich bin sehr skeptisch, dass diese Auflösung eine andere Positionierung bewirkt.

Gerade im Marken-Handeling sehe ich einen Wandel von der informative, one-way Kommunikation zum begleitenden Markenfreund. Sprich: Weniger Geld darin zu investieren, wie toll man ist – sondern gegenüber dem Kunden möglichst toll sein. RedBull ist ja hier ein oft erwähntes, extremes Beispiel. Liebe Werber – mehr Events, weniger Plakate!